04.03.2017

„Noch alle Tassen am Zaun“?

Zaungestaltung Atelier freiart Hünxer Straße 374

Walburga Schild-Griesbeck und Peter Griesbeck gestalten die Zäune am Eingang zum Zechengelände zu farbenfrohen Hinguckern. Der Installation „Kommunizierende Röhren" folgten ausgemusterte Tassen am Bauzaun der Lohn- und Lichthalle.

Zeichen lassen sich auch mit einfachen Mitteln setzen, beziehungsweise mit dem, was keiner mehr braucht. Reyclingkunst könnte man nennen, was das Künstlerehepaar Griesbeck in Sichtweite seines Ateliers freiart im ehemaligen Sozialgebäude an die Zäune bringt.

Alte Regenrohre, die bei den Bauarbeiten im KQL abmontiert wurden, haben die beiden eigesammelt, bunt bemalt und im Eingangsbereich an der Hünxer Straße an den Zaun montiert. „Wir nennen das ‚Kommunizierende Röhren‘“, erklärt Walburga Schild-Griesbeck. „Die Installation soll darauf verweisen, dass wir Menschen mehr und besser miteinander kommunizieren sollten, denn wir sind alle miteinander verbunden.“

Bernd Lohse, Projektleiter der RAG MI, hat den Griesbecks außerdem den großen Bauzaun vor der Lohn- und Lichthalle zur Verfügung gestellt. Dort werden sie in Kürze die Installation „Alle Tassen am Zaun" anbringen. „Als ich über die aktuelle Weltlage nachdachte, fragte ich mich, ob die Menschen noch alle Tassen im Schrank und alle Latten am Zaun haben“, erzählt die Künstlerin. „So kamen wir auf den Titel „Alle Tassen am Zaun“. Mit weißen Schnüren verknüpft wird eine zusammen gewürfelte Kollektion aus Tassen den Zaun zieren. Was kaputt geht, wird weg gefegt. „Wir sehen das als eine Art positives Graffiti“, so Schild-Griesbeck. „Es zerstört nichts und muss auch nicht ewig halten.“

Der Sinn dieser eher spielerischen Installationen besteht darin, deutlich sichtbare Zeichen zu setzen: Im KQL lebt die Kreativität auch nach dem unfreiwilligen Exil der KünstlerInnen aus dem angebrannten Gesundheitshaus weiter. Diese arbeiten derzeit in Ateliers in der Innenstadt und stehen in engem Kontakt zu den Kreativen im Gesundheitshaus. Eine Rückkehr auf das KQL-Gelände ist geplant.

Etwa 100 ausgediente Tassen hat Walburga Schild-Griesbeck schon gesammelt. Wer eigene Exemplare mit Sprung, leid gesehenen Elchmotiven oder sonstigen Mängeln loswerden möchte, kann sie als Material für das Kunstwerk im Atelier freiart abgeben. Geöffnet ist mittwochs von 10 bis 13 und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Absprache unter Tel. 0177 – 423 79 54.


Ausstellung: Drei Künstler zeigen ihre Positionen an drei Orten

 

Parallel engagiert sich Schild-Griesbeck in einer Ausstellungs-Serie mit drei Künstlern an drei Orten. Die erste Station „Ausblicke“ präsentiert das Trio am Samstag, 4. März, ab 17 Uhr und am Sonntag, 5. März, von 14 bis 19 Uhr an der Moerser Straße 373 in Kamp-Lintfort.

Walburga Schild-Griesbeck und Kurt Pralat zeigen Malerei und Thomas Schönhagen Fotografie. Ihre zweite Station nimmt die Serie „Drei Orte, Drei Künstler, Drei Sichtweisen“ ist im August im Atelier freiart. Weitere Infos unter „Termine“.

 

Text: Gudrun Heyder
Fotos: Peter Griesbeck

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