09.04.2019

Jubiläum: zehn Jahre atelier freiart im KQL

Zaungestaltung am atelier freiart - der Tassenzaun ist ein Gemeinschaftskunstwerk

Walburga Schild-Griesbeck war 2009 die erste Künstlerin im Kreativ.Quartier Lohberg. „Wir fühlen uns rundum wohl und gehen hier in Rente“, kündigt die Pionierin an. 

 

Wer das KQL kennt, kennt auch Walburga Schild-Griesbeck und Peter Griesbeck. In seinem atelier freiart im ehemaligen Zechen-Sozialgebäude ist das Ehepaar oft anzutreffen. Der große, ruhige ehemalige Bergmann und die kleine, quirlige, sozial engagierte Malerin machen hier nicht nur Kunst. Sie haben in den zehn Jahren im Kreativ.Quartier Lohberg auch weitere Funktionen übernommen: Empfangskomitee, Kommunikationszentrale und sozialer Treffpunkt. „Pro Jahr finden sich etwa 20.000 Menschen bei uns ein“, hat die Künstlerin gezählt. Eine enorme Anzahl!

 

20.000 Besucher*innen pro Jahr

 

Sie ergibt sich aus der Lage des Ateliers am Eingang des Zechengeländes und daraus, dass die beiden die Stellung im KQL halten:

Die zuvor im früheren Gesundheitshaus beheimateten Künstlerinnen arbeiten schon lange in der Altstadt, Sängerin Samirah Al-Amrie hat Dinslaken kürzlich verlassen. Zu neuen Nachbarn der Schild-Griesbecks wurden die Yogaschule von Susanne Nasfi, Claudia Neumann mit „Kibonu“ im Pförtnerhäuschen, die Caritas, die den vorderen Teil des Pförtnerhäuschens gemietet hat, und neuerdings Industriedesigner André Stern, Al-Amries Nachfolger im Turm des Sozialgebäudes.   

 

Touristen interessieret Wandel des Zechenstandorts

 

Immer öfter kommen auch Auswärtige im atelier freiart vorbei. Touristen interessieren sich für den Wandel des Zechenstandorts und die Nachindustrialisierung. „Neulich war ein Ehepaar aus Zürich hier“ erzählt Walburga Schild-Griesbeck. „Viele Leute kennen zwar Lohberg, aber Dinslaken ist ihnen kein Begriff.“ Auch Kreative auf Ateliersuche und Privatleute, die Kunstkurse belegen möchten, nutzen das atelier freiart als Anlaufstelle.

Kann die Freilicht AG ihre Pläne realisieren, die Zechenwerkstatt dauerhaft zu nutzen, sollen dort neue Kunstateliers entstehen. Dann würde das kreative Schaffen im KQL wieder aufleben. Das wird aber noch dauern, und so sind die Schild-Griesbecks derzeit die einzigen Kunstschaffenden auf dem Zechengelände.

 

Leben in die alten Zechengebäude gebracht

 

„Zwischennutzungskonzepte sind immer super für Künstler“, erklärt Walburga Schild-Griesbeck. „Wir haben von Anfang an Leben in die alten Zechengebäude gebracht. Und mein Mann Peter und ich bleiben hier, bis wir in Rente gehen. Wir fühlen uns rundum wohl und haben den Entschluss, ins KQL zu ziehen, nie bereut.“ Im ehemaligen Betriebsratsgebäude richtete die gebürtige Bayerin 2009 ihr erstes Atelier ein. „Wir haben dann sehr schnell in das jetzige Atelier im ehemaligen Sozialgebäude gewechselt und uns hier fest eingemietet.

 

Ausstellungen sogar in Tokio

 

In den zehn Jahren hat die Malerin  - wie auch ihr Mann - an vielen Aktionen und Events teilgenommen, darunter Extraschichten, open houses, Street Food Festivals und Benefizveranstaltungen im atelier freiart. „Manchmal muss ich die Tür zu machen, damit ich in Ruhe arbeiten kann“, gesteht Walburga Schild-Griesbeck. Denn so kommunikativ sie auch ist, die Malerei braucht ihre Zeit. Sogar in Tokio hat die Dinslakenerin schon zweimal ausgestellt. Und die japanischen Künstler*innen revanchierten sich mit einem Besuch in Lohberg. So strahlt das KQL in alle Welt.   

 

 

INFO


www.atelier-freiart.de


Atelier freiart

Kreativ.Quartier Lohberg

Hünxer Strasse 374

46537 Dinslaken


Öffnungszeiten
mittwochs von 10.00 bis 13.00 Uhr
freitags von 15.00 bis 18.00 Uhr
und nach Vereinbarung: 0177-4237954

 

Text: Gudrun Heyder
Fotos: Peter Griesbeck

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