10.09.2019

Pflegeschule und Pflegezentrum: Realisierung rückt näher

Die Licht- und Lohnhalle (Foto: Gudrun Heyder)

Die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW fördert das Modellprojekt „Umbau Licht-/Lohnhalle zum Zentrum für Potentialentfaltung in der Pflege“. Die Förderzusage des Landes für die Herrichtung der Gebäudehülle steht noch aus.

 

Eigentlich sollte schon in diesem Herbst der Pflegenachwuchs in Lohberg mit der Ausbildung beginnen - so lautete der ursprüngliche Plan. Doch ein Großprojekt wie der Umbau des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Zeche zu einer Pflegeschule und einem Pflegezentrum braucht seine Zeit. Die Stiftung Wohlfahrtspflege hat nun in Anfang September 2019 das innovative Modellprojekt in ihrem Newsletter vorgestellt.

 

Stadt leistet Eigenanteil von 440.000 Euro


„Über die Fertigstellung des Zentrums werden wir in einem Newsletter berichten“, heißt es am Textende: Aus Sicht der Stiftung steht der Realisierung offenbar nichts mehr im Wege. Der Rat der Stadt Dinslaken hatte am 02.07.2019 beschlossen, die Herrichtung der Gebäudehülle im Zusammenhang mit dem Projekt seitens der Stadt mit einem Eigenanteil von 440.000 Euro zu fördern. Den Förderantrag an das Land bringt die Stadt bis Ende September 2019 auf den Weg. Die Förderzusage des Landes ist Bedingung, um Pflegeschule und -zentrum tatsächlich im Kreativ.Quartier Lohberg errichten zu können. Es bleibt also spannend. 

 

Rückblick auf die Planung

 

kql.de berichtete bereits vor einem Jahr: Die Caritas hatte im August 2018 das ehemalige Verwaltungsgebäude der Zeche von der RAG Montan Immobilien GmbH gekauft. In der Schule sollen Gesundheits- und Kranken- sowie Altenpfleger*innen ausgebildet werden. Im „Zentrum zur Potentialentwickung Pflege“ sollen Praktiker*innen und Wissenschaftler*innen an der zukünftigen Gestaltung des Berufs arbeiten. Ein Inklusionsbetrieb als Dienstleister ergänzt das Projekt. In zwei Bauabschnitten sollen das historische Verwaltungsgebäude mit Lohn- und Lichthalle und das verbliebene Bauteil der Waschkaue umgebaut werden.


Stiftung Wohlfahrtspflege: „bundesweite Resonanz“

Im aktuellen Newsletter der Stiftung heißt es: „Das Projekt ‚Umbau Licht-/Lohnhalle zum Zentrum für Potentialentfaltung in der Pflege‘ des Caritasverbandes für die Dekanate Dinslaken und Wesel e.V. hat bundesweite Resonanz gefunden. Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege, Andreas Westerfellhaus, hat gemeinsam mit der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesministerium für Gesundheit, Sabine Weiss, das künftige Zentrum (…) besucht. Beide sind genau wie der Stiftungsrat von dem innovativen Ansatz dieses Vorhabens überzeugt.“

Zentrum der Begegnung

 

Der Fördergegenstand der Stiftung ist das Zentrum für Potentialentfaltung und beinhaltet die erforderlichen Umbaumaßnahmen im Inneren des Gebäudes. Dessen Grundauslastung sei durch Auszubildende sowie Studierende sichergestellt. Innovativ ist der Ansatz, dass sich Pflegende, Pflegebedürftige, Angehörige, Patient*innen und Berufstätige in „Medizin, Physio-, Ergo- und Sprachtherapie, Eingliederungshilfe, Sozialarbeit und Seelsorge“ im Zentrum austauschen sollen, auch mit „Politik, Forschung und Industrie“. Ziel ist „ein übergreifender Wissens- und Erfahrungsaustausch“.

 

Lösungen mit den Pflegenden finden

 

„Anstatt ÜBER die Probleme in der Pflege zu sprechen, können hier MIT den Pflegenden gemeinsam Lösungen gefunden werden,“ heißt es weiter im Newsletter.

Wie auch andernorts etwa von Initiativen pflegender Angehöriger dringend gefordert wird, sollen Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegende selbst ihr großes Potential einbringen. Denn sie wissen am besten, wie der Pflegealltag aussieht. Nur mit ihrer Beteiligung sind die drängenden Probleme in der Pflege wie der erhebliche Fachkräftemangel zu lösen.

 

„Forum mit Leuchtturmcharakter“

 

„Ein offenes und kreatives Forum mit Leuchtturmcharakter“ soll in Lohberg entstehen, stellt die Stiftung Wohlfahrtspflege in Aussicht. „Dieses Forum soll eine Bühne für alle Akteure der Pflege sein.“

 

Wird das Projekt der Caritas umgesetzt, werden Pflegepraktiker*innen und die Wissenschaft eng in Kontakt mit den „Empfänger*innen“ von Pflege kommen. Junge Auszubildende, erfahrene Berufstätige und Familien mit Pflegebedürftigen könnten in Lohberg gemeinsam an einer besseren Pflege arbeiten. Der Stadtteil bekäme Ausbildung- und Arbeitsplätze und würde weiter belebt: ein Meilenstein für das KQL und für Lohberg. 


Text: Gudrun Heyder

Quelle: https://www.sw-nrw.de/home/aktuelles/beitrag/ergebnis-der-211-stiftungsratssitzung-am-18062019/




 

 

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