07.10.2019

RVR-Nutzungskonzept für 23 Halden: Lohberg Nord als eine von vier Halden IGA-Projekt „Unsere Gärten“

Neun Halden, darunter Lohberg Nord, haben „touristisches Potential“: Nächtliche Beleuchtung durch Sonnenenergie, Reitwege, Mountainbiking und eine Ladestation für E-Bikes sollen die Dinslakener Halde anziehend für Besucher*innen machen.
 
Der Regionalverband Ruhr (RVR) steht zurzeit in Verhandlungen mit der RAG AG, 23 weitere Halden mit einer Gesamtfläche von über 1.300 Hektar zu erwerben. Der RVR hat durch externe Planungsbüros prüfen lassen, ob und wie die Landschaftsbauwerke für Tourismus, Freizeit und Erholung genutzt werden können.

Das Rahmen- Nutzungskonzept zur „Weiterentwicklung von Haldenstandorten“ ist eine grobe erste Planung. Die Halde Lohberg Nord zählt zu den neun von insgesamt 23 Halden, bei denen ein touristisches Potential besteht. Von diesen neun wiederum stuft der RVR nur vier als IGA-Projekt auf der Ebene „Unsere Gärten“ ein: Lohberg Nord gehört dazu.

 

Bergpark und Halde bei der IGA 2027

 

Nina Frense, Beigeordnete des RVR für den Bereich Umwelt, erklärt: „Die Halde Lohberg-Nord ist eine von neun Halden, die für die Entwicklung freizeitbezogener und auch touristischer Angebote geeignet ist. Sie kommt zudem zusammen mit dem Bergpark Lohberg als Standort der Ebene „Unsere Gärten“ für die Internationale Gartenausstellung IGA Metropole Ruhr 2027 in Betracht. Als grüne Infrastruktur hat sie klimaökologische Wirkungen und wird für den Stadtteil Lohberg und den Nordwesten des Ruhrgebietes ein wichtiger Erholungsraum für die örtliche Bevölkerung werden.“

 

Verschiedene Föderungen möglich

 

Die Projekte der Ebene „Unsere Gärten“ müssen jedoch, so der RVR, noch einen Qualifizierungsprozess durchlaufen, bevor über konkrete Fördermöglichkeiten gesprochen werden kann. Diese können aus verschiedenen Töpfen kommen wie Tourismus, Grüne Infrastruktur, Radwegeförderung etc.

Die Halde Lohberg Nord wird im Konzept gemeinsam mit der Halde Lohberg Nord Erweiterung betrachtet. Diese ordnen die Planer allerdings nicht in der Kategorie intensive Freizeitnutzung ein, sondern einer Kategorie darunter: mit der Nutzung Freizeit, Sport und Events. Die Halde Gärtnerbecken ist bereits im Besitz des RVR und soll über vorhandene Wegeverbindungen mit den beiden Halden in Lohberg verbunden werden.

 

überdachter Aufenthaltsbereich am Eingangsbereich

 

Eine Besonderheit der Halde Lohberg Nord ist, dass sie an den Bergpark, das neue Wohnquartier und die Gartenstadt Lohberg grenzt. Darin sieht der RVR einen „hohen Nutzungsdruck“.

Alle „Landschaftsbauwerke“ – also Halden - sollen eine einheitliche Grundausstattung mit Informationsstelen zu Standort und Eigentümer, ansprechenden Rastplätzen und pflanzlichen Gestaltungselementen erhalten, so der RVR. Die Eingangsbereiche der touristisch bedeutsamen Halden wie Lohberg Nord sollen zusätzlich mit einem überdachten Aufenthaltsbereich und Ladestationen für E-Bikes ausgestattet werden.

 

„Ankerpunkt der Tourismuswirtschaft“

 

Als „harte Ziele“ für die Lohberger Halde nennt der RVR neben Windkraftenergie auch „Ankerpunkt der Tourismuswirtschaft“. Denkbar sei die Energiegewinnung durch Solar – um die Halde nachts beleuchten zu können - und die Biomasseproduktion. Zu den „weichen Zielen“ zählt die sportliche Nutzung der Halde auf Reitwegen und per Mountainbike sowie die Nutzung für Naherholung und Kultur.

 

wichtiger Bezugspunkt der Route Industriekultur

 

Die 96 Hektar große Halde Lohberg Nord war bereits Inhalt der von der Projektgemeinschaft beauftragten Machbarkeitsstudie von 2016, erstellt von der KLA kiparlandschaftsarchitekten GmbH.

Im Konzept zur Haldenlandschaft heißt es: „Haldenwanderer werden auf dem Gipfel mit außergewöhnlichen Eindrücken und Ausblicken über die Stadt und Teile des Niederrheins belohnt (…). Der Blick nach Westen beginnt in direkter Linie mit dem Bergpark, in dessen Verlängerung die Gartenstadt zu sehen ist. Dominiert wird das Plateau von einer 200 Meter hohen Windkraftanlage. Weiteres Merkmal ist das ‚Grüne Tor zum Ruhrgebiet‘, welches auf die besondere Lage Dinslakens im Gesamtraum hinweisen soll. Aufgrund der neuen Zeichenhaftigkeit soll die Haldenlandschaft Dinslakens ein wichtiger Bezugspunkt der ‚Route Industriekultur‘ werden.“

 

http://kql.de/de/planung_und_realisierung/downloads/2016_03_22_p1544_id_broschuere_energielandschaft_lohberg_kompr.pdf

 

INFO
Der RVR ist Eigentümer von bislang 37 Bergehalden. Viele von ihnen wurden gezielt als Landmarken in Szene gesetzt. Kunstobjekte haben sie zu Wahrzeichen für das neue Ruhrgebiet gemacht. Gleichzeitig wurden sie zu attraktiven Arealen für Erholung, Freizeit und Sport. Zu den 23 Halden, welche der RVR neu Erwerben will, gehört neben Lohberg Nord unter anderem die Halde Lohberg Nord Erweiterung in Hünxe und Wehofen Ost.

 

Text: Gudrun Heyder

 

Quelle: Haldennutzungskonzept des RVR, zu finden unter www.ruhrparlament.de, Vorlage für den Umweltausschuss am 20.09.2019

 

Fotos (Haldentour 2018): Gudrun Heyder

 

 

 

 

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