15.04.2015

Wegweiser 2020 – ein Leitbild für das KQL

Debattenort

Internationale und hiesige Experten diskutierten über die Weiterentwicklung des Kreativ.Quartiers. Als eine zentrale Aufgabe steht die Erweiterung auf ganz Lohberg an – die Stichworte heißen Bildung und Integration. Ein Debattenort mit Bürgern ergänzte die Werkstatt. Das bestehende Leitbild wird um die Ergebnisse erweitert.


Vier Jahre nach der Verabschiedung des ersten Leitbilds für das Kreativ.Quartier Lohberg sind viele Vorhaben für die Neunutzung des ehemaligen Zechengeländes gut vorangekommen. Die grundlegenden Bauarbeiten im KQL befinden sich auf der Zielgeraden. Viele der damals formulierten Grundsätze und Anregungen sind in die Arbeit der letzten Jahre eingeflossen. Nun ist es an der Zeit, die bestehenden Ziele zu evaluieren und für die Arbeiten bis zum Jahr 2020 weiter zu formulieren. Die Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Debattenort“ stand unter dem Motto „Wegweiser 2020 – ein Leitbild für das KQL“.


Im Ledigenheim trafen sich Experten aus dem In- und Ausland - Türkei, Italien und Schweiz - mit Mitarbeitern der Verwaltung und externen Dienstleistern des Projektes.
Sie informierten sich über die Entwicklungen im KQL, tauschten sich aus und schmiedeten neue Pläne. Einige hatten schon bei der ersten Leitbildwerkstatt oder anderen Veranstaltungen im Rahmen des Projektes mitgearbeitet, andere verschafften sich einen ersten Eindruck. Der Dinslakener Stadtplaner Alexander Selbach berichtet: „Die Stimmung war bestens, die Gäste haben sich sehr über unsere Einladung gefreut. Die etwa 25 Teilnehmer haben durchaus auch kontrovers, aber sehr konstruktiv diskutiert.“

 

Folgende Schwerpunkte stehen bei der Weiterentwicklung im Vordergrund:
Die Umsetzung des Konzepts für ein CO2-neutrales Quartier. Es beinhaltet den Bau von Niedrigenergiehäusern im neuen Wohnquartier und die Etablierung dieser Energiestandards in der historischen Gartenstadt.

Das Zusammenwachsen von KQL und Stadtteil.

Die Umgestaltung der Haldenlandschaft in einen zusammenhängenden Erholungsraum.

 

Gerhard Seltmann (GseProjekte) moderierte die Werkstatt, Baudezernent Dr. Thomas Palotz begrüßte die Runde. Der intensiven Diskussion über die Erneuerung des Leitbildes ging ein zweistündiger Rundgang durch Lohberg und über das Zechengelände voran, nachdem die Externen ihre Eindrücke zum Projekt schilderten. „Ein wichtiges Thema war die Insellage Lohbergs. Der Stadtteil ist durch den Grünstreifen von der übrigen Stadt getrennt. Ist das positiv oder negativ, muss man das aufbrechen?“, gibt Alexander Selbach die Diskussion wieder. Die Teilnehmer kamen einvernehmlich zu dem Schluss, dass Lohberg vor allem funktional eingegliedert werden müsseund wesentlich dafür sei eine gute Schule in Lohberg. Die aktuelle Situation, dass Eltern ihre Kinder vorzugsweise in anderen Stadtteilen und in den Nachbarstädten beschulen lassen, müsse umgekehrt werden.

 

Auch die vorgesehene Errichtung des AWO-Kindergartens im Bestandsgebäude der ehemaligen Zeche sahen die Teilnehmer als bedeutenden Schritt an, um Bildung und Integration in Lohberg zu verbessern. Die 200 Wohnungen im neuen Wohnquartier sind unter anderem für junge Familien gedacht, die KiTa-Plätze benötigen. Da zudem eine der drei vorhandenen KiTas in Lohberg nicht mehr sanierbar ist, gibt es zusätzlichen Bedarf. Für das übergeordnete Ziel, den Stadtteil und das KQL eng miteinander zu verzahnen, ist die Platzierung der AWO-KiTa auf dem Zechengelände wichtig.

 

Ergebnisse der Werkstatt fließen zeitnah in aktualisiertes Leitbild ein

 

In der Nachbereitung des Expertentreffens entsteht nun zeitnah ein Entwurf des aktualisierten Leitbildes, der mit den Teilnehmern abgestimmt wird. Das fertig gestellte erweiterte Leitbild soll als Arbeitsgrundlage für die nächsten Jahre dienen. In Broschüren und auf der KQL-Website wird es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


Ab 18 Uhr waren auch Bürger zum Debattenort geladen, circa 45 Teilnehmer fanden sich im Ledigenheim ein. Der Journalist Jürgen Zurheide moderierte das Gespräch souverän und kenntnisreich. Bürgermeister Dr. Heidinger begrüßte die Anwesenden. Zunächst schilderten externe Experten ihre Eindrücke vom KQL: Pascal Biedermann aus Basel, Levent Sentürk aus Istanbul und Astrid Eibelshäuser aus Gießen zeigten sich beeindruckt von der Entwicklung auf dem Zechengelände und der Umsetzung der Maßnahmen in den letzten zwei bis drei Jahren, insbesondere vom Bergpark, dem Lohberg Corso und der Aufbereitung des Geländes.


Gerhard Seltmann stellte die Ergebnisse der Werkstatt kurz vor. Ein Teil der folgenden Diskussion drehte sich um die Rolle der sehr verkehrsreichen Hünxer Straße, die eine Barriere zwischen Stadtteil und Zechengelände ohne ausreichende Querungsmöglichkeiten bildet. Die externen Teilnehmer regten einen Perspektivwechsel an: Die Durchgangsstraße könne auch als Rückgrat des gesamten Geländes betrachtet werden. Wenn das Gewerbe- und Wohngebiet sowie die AWO-KiTa realisiert seien und die Bestandgebäude saniert, herrsche wieder auf beiden Seiten dieser Mittelachse reges Leben. Die Hünxer Straße könnte man dann als pulsierende Lebensader Lohbergs verstehen. Sie braucht aber zweifellos mehr Querungen, um kein Hindernis mehr zwischen Gartenstadt und Zechengelände darzustellen.


Fazit der gesamten Veranstaltung: Auf der Grundlage des bestehenden Leitbilds ist Beachtliches initiiert und erreicht worden. Nun gilt es die Weichen zu stellen – nicht zuletzt im Hinblick auf weitere Fördermittel – um die ehrgeizigen Ziele konsequent weiter zu verfolgen. Wesentlich dabei ist, Lohberg als Ganzes zu stärken, damit der von der Bevölkerung her jüngste Dinslakener Stadtteil nachhaltig zusammenwächst: wirtschaftlich, kulturell und in den Herzen seiner bisherigen und zukünftigen Bewohner.


Text: Gudrun Heyder
Fotos: Stadt Dinslaken 

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