22.09.2014

FOLGE 4 UND 5 DER PORTRÄT-SERIE: UNTERNEHMEN IM KREATIV.QUARTIER LOHBERG

In einer Serie stellen wir seit Mai 2014 die Kreativen vor, die in den Räumlichkeiten des KQL arbeiten: Künstler, Fotografen, Werbedesigner, Produktgestalter, Filmschaffende und viele andere Menschen mit innovativen Ideen und Projekten, die in der Kreativwirtschaft unterwegs sind. Monatlich erscheint eine neue Folge.
Bisher wurden porträtiert:


Folge 1 – Thomas Zigahn, „Tanz auf Ruinen“ – Upcycling & Schallplatten
Folge 2 – Walburga Schild-Griesbeck, Atelier „freiart“, Malerei
Folge 3 – Markus Buchholz und Barbara Kruse, „Hecho-a-Mano“, Trauring-Schmiede

 

Neu erschienen sind:

Folge 4 – Samirah Al-Amrie

 

„Ich möchte Brücken bauen“

Im Turm des Sozialgebäudes dreht sich bei der deutsch-jemenitischen Sängerin Samirah Al-Amrie alles um die Musik und ihre Vermittlung. Im Mittelpunkt steht immer die intensive Begegnung mit anderen Menschen.

Samirah Al-Amrie ist eine vielseitige Künstlerin: Sie singt solo und in mehreren Bands, beherrscht die Stile Jazz, Pop, Bossa Nova, Musical und Chanson, komponiert, arrangiert, gibt Gesangsunterricht, leitet einen Chor und hat in Filmen mitgewirkt. „Ich möchte Brücken bauen, zwischen Genres und zwischen Menschen“, sagt die 36-Jährige. Brücken zu bauen liegt gewissermaßen in ihrer Natur: Ihre Mutter stammt aus Ostberlin, ihr Vater aus dem Jemen, die Großmutter hat ein jemenitisches und ein indonesisches Elternteil. Samirah Al-Amrie wurde in Berlin geboren und wuchs in Köln auf. Die Sängerin mit dem klangvollen arabischen Namen war 2010 eine der ersten Unternehmenslustigen, die das Kreativ.Quartier Lohberg zum Zentrum ihres Schaffens machte.

 

Den kleinen achteckigen Turm des Sozialgebäudes hat sich Samirah Al-Amrie damals ausgesucht, „weil sich der Raum in der oberen Etage als einziger für Gesangsunterricht eignet, er strahlt Ruhe und Geborgenheit aus.“ Die Fenster rundherum lassen viel Licht in das Turmzimmer, die Gesangslehrerin und ihre Schüler können hier ungestört üben. Der gleich große Raum darunter ist fensterlos und daher ideal als Samirah Al-Amries Tonstudio. Steile Stiegen führen zu ihrem kleinen Domizil hinauf. Mit der Yogaschule Susanne Nasfi und den Bildenden Künstlerinnen im Sozialgebäude pflegt Al-Amrie gute Kontakte, mit Ulrike Int-Veen hat sie mehrfach Installationen und Performances für Veranstaltungen im KQL kreiert.

 

Die zierliche Künstlerin fiel schon als Schülerin mit ihrer schönen Stimme auf, gründete mit 14 Jahren ihre erste Band und wurde immer wieder in ihrem Wunsch bestärkt, Sängerin zu werden.

 

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Folge 5 – MAGENTA - Studio für Malerei


„Malen ist auch eine Mutfrage“

Ulrike Int-Veen zog 2009 als eine der ersten Kreativen ins KQL ein. Sie begreift Malerei als „Schule des Lebens“. Die Künstlerin und ihre Kursteilnehmerinnen malen ungegenständlich, die Ausdruckskraft der Farben steht im Mittelpunkt.

„Beim Malen bin ich total im Jetzt. Da bin ich präsent, da agiere ich. Vergangenheit und Zukunft spielen keine Rolle und ich knüpfe an die Ebene der Intuition an. Das macht sehr lebendig und wach und gibt mir ein tiefes Gefühl der Zufriedenheit“, begründet Ulrike Int-Veen ihre lebenslange Liebe zur Malerei. „Ich gucke deswegen mit einer anderen Aufmerksamkeit auf die Welt.“ Die Malerei als Schule des Lebens ist auch das Motto für ihre Kunstkurse. Tag für Tag steht die 58-Jährige in ihrem Atelier im ehemaligen Gesundheitshaus der Zeche Lohberg und ist entweder in ihre eigenen Farbwelten oder in ihren Unterricht vertieft. Beides ist sowohl ihr Broterwerb als auch ihr Traumberuf.


Ursprünglich wollte die gebürtige Bottroperin Lehrerin für Deutsch und Geschichte in der Erwachsenenbildung werden. Dafür musste sie zunächst mit 24 Jahren das Abitur am Ruhr-Kolleg in Essen nachholen, denn sie war vorzeitig von der Schule abgegangen: „Ich hatte als Jugendliche Wichtigeres zu tun“, erzählt sie vergnügt. Während ihres Studiums bekam Ulrike Int-Veen ihre Tochter und ihren Sohn und war nach dem Abschluss einige Jahre in Vollzeit für ihre Familie da. Dann entschied sie sich, mit dem zu beginnen, was sie schon immer gelockt hatte: Malerei zu studieren.


„Ich habe an einem privaten Institut, dem Novalis Hochschulverein in Kamp-Lintfort studiert und 1999 war ich dann Diplom-Malerin.“ Seitdem arbeitet die Dinslakenerin im eigenen Atelier, zuerst im Büro ihres Mannes, eines selbstständigen Architekten. Als er vor fünf Jahren starb, musste sie noch einmal neu entscheiden, ob sie den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder mit ihrer Kunst verdienen wollte und konnte. Sie folgte ihrem inneren Antrieb und es fügte sich, dass gerade kreative Selbstständige für die Zwischennutzung einiger Gebäude in der kürzlich geschlossenen Zeche Lohberg gesucht wurden.


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