LICHT IM SCHACHT

 

Von der „Zechensafari“ über den „Kaffeeklatsch anne Bude“ bis zur Diskussionsveranstaltung: Das viertägige Festival „Licht im Schacht“ thematisierte die Veränderungen auf dem ehemaligen Zechengelände. Ein Projektüberblick.

 

Im September 2012 wird das Gebäude der ehemaligen RAG Bildung an der Hünxer Straße abgerissen, um Platz zu schaffen für Neues. Um Abschied zu nehmen von diesem und weiteren Zechengebäuden, die weichen müssen, fand das Projekt „Licht im Schacht“ statt: Kreative aus der Region Rhein-Ruhr, ehemalige Mitarbeiter des Bergwerks und Anwohner aus dem Stadtteil brachten jede Menge buntes Leben in das seit Ende 2011 leer stehende Gebäude der RAG Bildung und vernetzten sich für weitere Aktionen im Kreativ.Quartier Lohberg.

 

Ideendienstage

Bereits im März hatte eine Projektgruppe um Standortmanagerin Svenja Noltemeyer, Künstlerin Eva Weiß und Raumplaner Alexander Hoba Vorschläge für das Festival „Licht im Schacht“ entwickelt, das an vier Tagen im Mai 2012 im Kreativ.Quartier Lohberg stattfand. Ziel war von Beginn an, Anwohner und Nachbarn der stillgelegten Zeche Lohberg einzubeziehen und auf die anstehenden Veränderungen auf dem stillgelegten Zechengelände aufmerksam zu machen. An sogenannten Ideendienstagen wurden Pläne für verschiedenste Aktivitäten erarbeitet und auch die Entwicklungsvorhaben im KQL vorgestellt.

 

Zechensafari

Unter dem Motto „Kennenlernen“ startete am 3. April 2012 der erste Ideendienstag – mit einer Ortsbegehung mit rund 25 Interessierten und Pressebegleitung. Eine Woche später ging es unter künstlerischer Leitung von Eva Weiß und unter dem Motto „Jagen und Sammeln in modernen Ruinen” mit einem guten Dutzend Teilnehmern auf Zechensafari. Die Fundstücke wurden in einem „wachsenden Museum“ in dem Gebäude der RAG Bildung ausgestellt; auch künstlerische Einzelobjekte wurden beigesteuert.

 

Wachsendes Museum

Der Ideendienstag am 1. Mai stand im Zeichen einer Auftakt-Ausstellung in den ehemaligen Räumen der RAG Bildung, an der sich mehrere Künstler beteiligten. So richtete Peter Griesbeck einen Raum vollständig mit seinen Arbeiten ein, Martina Mühlen bereicherte das „wachsende Museum“ mit drei Sitzmöbeln aus ihrer Reihe „Schacht-Stühle“, die Ideenarbeiter von Der|Einfachheits|Halber richteten sich Arbeitsräume ein. Vor allem der Besuch des 1. Voerder Kunstkreises machte ordentlich Wirbel: Die Mitglieder brachten innerhalb weniger Stunden fast 90 Exponate an die Wände von insgesamt fünf Räumen.

 

Das Festival

Das Licht im Schacht-Festival fand in und rund um das Gebäude der RAG Bildung vom 16. bis 20. Mai 2012 statt. Mitgemacht haben neben den vor Ort ansässigen Künstlern Walburga Schild-Griesbeck, Peter Griesbeck und Doris Kook auch Kreative aus dem näheren Umkreis – der 1. Kunstkreis Voerde, die Neanderartgroup, Ute Augustin Kaiser und Detlef Kaiser sowie Sarah Berndt mit ihrer Kunstreihe „Kaffeeklatsch anne Bude“. Der Guerilla Gardener Patrick Huhn von gartenstadt 2 punkt 0 verwandelte einen verwahrlosten Teil der Fläche in ein buntes Durcheinander. Sprayer aus Dortmund und Oberhausen gestalteten das Außengelände und diverse Innenräume, die passenden Beats kamen von Total Damage und Crews aus Dortmund. Zudem wurde das Gelände für Crossboccia, Crossgolf, Fußball und Badminton genutzt. Tägliche Führungen über das sonst nicht zugängliche Zechengelände Lohberg rundeten das Festivalprogramm ab.

 

Diskussionsveranstaltung

Eine Diskussionsveranstaltung sorgte für den inhaltlichen Überbau und stellte die Frage „Wie verändern Kreativ.Quartiere das Ruhrgebiet und wat is dat eigentlich?“. Gäste waren Regina Drabiniok, Standortmanagerin Scheidt’sche Hallen Essen, Alexander Kutsch vom Dortmunder Ingenieurbüro Planungsgruppe Stadtbüro und zugleich Quartiersmanager in Dortmund und Bochum sowie die Ideenarbeiter Marcus Frieseke und Holger Hoffmann vom Büro Der|Einfachheits|Halber. Moderiert wurde die Veranstaltung von Standortmanagerin Svenja Noltemeyer.

 

Kauenfest im September 2012

An weiteren Ideendienstagen ging es unter anderem um die Durchführung eines Kinderworkshops und Vorschläge zur Gestaltung eines Bauzauns sowie des Kauenfestes im September 2012. Auf dem Programm standen zudem eine Begehung des künftigen Bergparks auf dem ehemaligen Zechengelände, der Besuch der Reihe Debattenort zum Thema „Wie kommt das Neue in die Welt?“ und das „Niet- und Nagelfest“ am 29. Mai – die letzte Gelegenheit, vor dem Abriss des Gebäudes der RAG Bildung alles mitzunehmen, was nicht niet- und nagelfest ist und sich Fundstücke zu sichern.

 

Hier sind die Plakataufrufe und eine Einladung zu den Ideendienstagen für "Licht im Schacht" dokumentiert:

 

1. Ideendienstag

2. Ideendienstag

3. Ideendienstag

4. Ideendienstag

5. Ideendienstag

6. Ideendienstag

7. Ideendienstag

Infokarte Ideendienstage

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