26.06.2017

Extraschicht im KQL: prallvolles Programm, viele Gäste und gute Stimmung

„Welten und Kulturen“ lautete das Motto diesmal. Im Kreativ.Quartier Lohberg bot das internationale Programm der Extraschicht am 24. Juni 2017 von 18 bis 2 Uhr mit mitreißenden Shows, heißen Rhythmen und auch stilleren Momenten das Richtige für jeden Geschmack.


In Lohberg war es die neunte „Extraschicht“. Der besondere Charakter des Zechengeländes und der Gartenstadt waren dabei ebenso zu erkunden wie die weite Welt. Die Stadttochter Din-Event GmbH war verantwortlich für das komplette Programm vor Ort.


Von „Hier im Revier“ bis zur Akrobatik aus Ney York


Mit „Wieder hier in meinem Revier“ stimmte der MGV Concordia nach dem traditionellen „Glückauf“ und der Begrüßung von Bürgermeister Dr. Michael Heidinger auf den langen Abend ein. Der Platz der Vielfalt inmitten des Zechengeländes diente als gut besuchte kulinarische Meile und Treffpunkt auf den Wegen zwischen Zentralwerkstatt, Fördermaschinenhaus, Kraftwerk und Parkwerk im Bergpark sowie Atelier freiart im ehemaligen Sozialgebäude des Bergwerks. Die mobile Band Rumbacoustic brachte die Gäste schwungvoll in Feierlaune. Der New Yorker Akrobatiker Noah Chorny „turnte“, als Bergmann gewandet, auf dem Platz an einer fünf Meter hohen Laterne.


Trommelklänge aus Ghana und Budokünste aus Asien


Lebhaft und laut ging es in der Zentralwerkstatt zu, wo „Otumfuo“ aus Ghana mit Akrobatik und packender Trommelmusik die Menschen in den voll besetzen Reihen begeisterte. Vollendete Körperbeherrschung bewies die Budo-Elite rund um „Teapoong und „Baekho“. Zum Beispiel im Salto rückwärts mit jedem Fuß einen in die Höhe gehaltenen Apfel in die Luft zu schleudern, setzt wohl intensives Training voraus.
Als ruhigeres Element diente die Ausstellung „Von Dinslaken in die Welt“, die eine weitere Verbindung von Lokalkolorit und Schweifen in die Ferne schuf. Weltenbummler aus Dinslaken hatten ihre tollsten Reisefotos mitsamt der Geschichten extra für die Extraschicht eingereicht. Die eindrucksvollsten 100 Fotos und Erlebnisse aus der ganzen Welt ließen die Besucher in der Zentralwerkstatt und im Fördermaschinenhaus staunen.


Installation zu Wasser und Wüste, Gesang und Handpan


In dieser hohen Doppel-Halle sorgten Berichte wagemutiger Globetrotter für weitere Impressionen aus Asien, Afrika und anderen Reisezielen. Eine besonders intensive Stimmung schuf Musikerin Samirah Al-Amrie. Die „Kulisse“ für ihren Auftritt hatten die bildenden Künstlerinnen aus dem Kreativ.Quartier zuvor geschaffen. Ihr Thema war das harmonische Miteinander von Menschen mit unterschiedlicher Hautfarbe, mit verschiedenen Religionen und Lebensentwürfen: eine bewegte Installation zum Thema Wasser und Wüste, in stimmungsvolles blaues Licht getaucht. In farbenprächtigen Kostümkegeln konnten die Besucher aus einer erhöhten Position aus in die Welt blicken.


Samirah Al-Amrie sang internationale Lieder, unter anderem aus dem Jemen, und eigene Kompositionen. Sie begleitete sich selbst auf der Handpan. Ganz still wurde es im Maschinenhaus, als die Sängerin mit ihrer warmen, kräftigen und klaren Stimme das Hohelied Salomos ausdrucksvoll erklingen ließ.


Leckerbissen im Wasserturm und Körpereinsatz im Parkwerk


Im Wasserturm verwöhnten die Aktiven vom Parkwerk die Gäste mit orientalischen Leckerbissen, untermalt von Musiker Norbert Labatzki. Und im Kraftwerk strampelten eifrige Besucher auf den Rädern, um Energie für die Außenbeleuchtung zu produzieren.


Im Atelier freiart drängten sich kunstsinnige Extraschichtler, um die Fotoausstellung „Guck mal“ von Christian Klein zu betrachten. Auch Georg Gemeinhardt gesellte sich dazu, der mit einer Zeitmaschine aus Leonarda da Vincis Werkstatt angereist war. Die Feuerwehr, die während der Veranstaltung auf dem Platz der Vielfalt bereit stand, absolvierte schon am frühen Abend einen Minieinsatz im Atelier freiart. Zur Erleichterung des Künstlerehepaars Schild-Griesbeck war aber nichts Gefährliches passiert.


Weitere Aktionen der Extraschicht in Lohberg


Mit dem Propellerflugzeug ging es quer übers Zechengelände. Jeder bastelwillige Besucher konnte sich am Stand des ND-Jugendzentrums einen Flieger aus Holz bauen und als Andenken mitnehmen.
Ein riesiges knallbuntes Graffiti hatten die Künstler von Urban Arts zum Thema „Eine Welt“ geschaffen: ein echter Hingucker zwischen den historischen Zechengebäuden.


Führungen per Planwagen, Kleinbahn oder Riesen-Tandem


Die gute Stimmung allerorts ließ den ausgiebigen Nieselregen und die mäßigen Temperaturen fast vergessen. Viel Spaß hatten auch die Teilnehmer der ausgebuchten Führungen, die in originelle Transportmittel stiegen, um vom Platz der Vielfalt aus das Zechengelände und den Stadtteil Lohberg zu erkunden. Die Teams von Lohberg Tours und Ledigenheim vermittelten Jung und Alt auf unterhaltsame Weise Wissenswertes über den Zechenstandort und seine Umgebung.


Gerüchte um den singenden Bergmann Franco Sinistra


Gästeführerin Anja Sommer resümiert gut gelaunt: „Obwohl uns das Wetter nicht hold war, hat das der guten Stimmung keinen Abbruch getan. Wie Mann und Frau mal eben in 20 Minuten durch Lohberg die ganze Welt erklärt bekommen und Lohberg den Vergleich mit dem anderen Schmelztiegel der Nationen, New York, in keinster Weise zu scheuen braucht, war Thema meiner Planwagenfahrt, die regelmäßig mit einer singenden Schar von Teilnehmern und dem Lied ‚Lohberg Lohberg‘ endete. Neben der Vorstellung unserer baulichen Highlights und der vielen hier lebenden Kulturen, waren die Lohberger Gerüchte um den italienischen Bergmann Franco Sinistra Thema, der in den 50-ern auf der Zeche gearbeitet haben soll und dann nach New York auswanderte, wo er dann als Sänger berühmt wurde.“ Zum Schluss gab es noch eine Extrarunde per Planwagen mit den Lohberger Kindern.


Inspirierende Begegnung der Kreativen und Kulturen


In Lohberg treffen viele Kulturen aufeinander: Das ist im Alltag so und das prägte auch dieses besondere Sommer-Ereignis. Lokale Kreative und Künstler aus aller Welt stellten einen erlebnisreichen Abend auf die Beine, der viele Menschen auf diesem eher außen gelegenen Extraschicht-Standort zusammen brachte. Fröhlich und friedlich begegneten sich einmal mehr Menschen verschiedenster Herkunft und aller Generationen. Es gab spektakuläre und stille Momente, Lustiges und Besinnliches. Licht und Farben, Kunst, Musik und Performance vereinten sich zu einer einmaligen Atmosphäre.
Rund 235.000 Besucher insgesamt besuchten die 17. Extraschicht, die in 21 Städten an 46 Spielorten die Nacht belebte, teilte der Veranstalter Ruhr Tourismus mit.


Text und Fotos: Gudrun Heyder


 

 

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