28.02.2015

FOLGE 7 UND 8 DER PORTRÄT-SERIE: UNTERNEHMEN IM KREATIV.QUARTIER LOHBERG

Zwei neue Folgen unserer Serie über die Kreativschaffenden, die im KQL arbeiten, sind nun online:
 

Folge 7 – Jazz Initiative holt Newcomer und Weltstars nach Dinslaken
Folge 8 – Atelier Doris Kook: Vom Akkuraten zur künstlerischen Freiheit ohne Beschränkung

 


Jazz Initiative holt Newcomer und Weltstars nach Dinslaken


Die Jazz Initiative Dinslaken hat ein Büro im Kreativ.Quartier Lohberg und veranstaltet im Ledigenheim die beliebte Reihe „Jazz im Mittelpunkt“. Der erste Vorsitzende Dr. Johannes Hermens gründete den Verein 1996, um den Jazz nach Dinslaken zu holen. Der Erfolg stellte sich rasch ein.

Johannes Hermens ist ein wandelndes Jazz-Lexikon. Er kennt sie alle, die internationalen Stars ebenso wie regionale Newcomer. Seit er 18 war, ist die Jazzmusik sein Hobby, und zwar ein äußerst intensives. Der Dinslakener Hausarzt hat vor 19 Jahren die Jazz Initiative Dinslaken gegründet, mittlerweile eine feste Größe im Kulturleben der Stadt und der Region. Der Vereinsvorsitzende träumt davon, die US-amerikanische Jazzdiva Dee Dee Bridgewater nach Dinslaken zu holen. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr anlässlich des 20. Vereinsjubiläums…


Musikalische Größen aus aller Welt hat Dr. Johannes Hermens schon oft als Gäste begrüßt, denn seine Kontakte in der Szene sind bestens. Jazzpianist George Gruntz zum Beispiel, langjähriger künstlerischer Leiter des Berliner Jazzfestes und inzwischen leider verstorben, war sein Freund. Er hat ihn beraten, als er 1996 die Jazz Initiative ins Leben rief. „Ich wollte den Jazz wieder nach Dinslaken holen“, erzählt der 63-Jährige. „In den 1950er und 60er Jahren sind hier berühmte Jazzer wie Dizzie Gillespie, Kurt Edelhagen und Charles Mingus aufgetreten. Diese Tradition sollte wieder aufleben.“ Seine Familie machte mit, denn ein Verein muss mindestens sieben Mitglieder haben. Seine Frau Ute, ehemalige Krankenschwester und ebenfalls Jazzfan, ist heute zweite Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins. Sein Sohn und ein Neffe waren ebenfalls Gründungsmitglieder sowie Jörg Springer, Freund und damaliger Pächter der Stadthalle. Inzwischen zählt der Verein über 60 Mitstreiter.


Aufsehen erregender Auftakt mit George Gruntz und der Concert Jazz Band


Das erste Konzert der Initiative brachte gleich Prominenz in die Stadt: „George Gruntz ist mit seiner Big Band in der Stadthalle aufgetreten. Das war der Abschluss ihrer 25th anniversary-Russland-Tournee, der eigentlich in Berlin stattfinden sollte. George sagte, da könne er doch immer auftreten und sie würden stattdessen nach Dinslaken kommen. Ich habe die Band mit dem Bus am Frankfurter Flughafen abgeholt und alle waren froh, dass sie nach den Abenteuern in Russland und den schlichten Hotels hier in toller Atmosphäre spielen und angenehm wohnen konnten.“ Örtliche Sponsoren machten sich für den Auftritt stark. Zahlreiche Unterstützer ermöglichen dem Verein bis heute ein sehr attraktives Programm mit hochkarätigen Künstlern.

 

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Vom Akkuraten zur künstlerischen Freiheit ohne Beschränkung


Doris Kook ist Vermessungsingenieurin und Bildende Künstlerin. In ihrem Atelier im KQL kombiniert sie Malerei, Bildhauerei und Digitale Fotografie.


Doris Kook übt zwei gegensätzliche Berufe aus: Als Vermessungsingenieurin arbeitet sie exakt mit Daten und Fakten. Als Künstlerin nimmt sie sich Freiheiten und experimentiert nach Lust und Laune mit Materialien und Stilen. Die 59-Jährige empfindet diese Kombination als ideal. Eine halbe Stelle im Bereich Bodenordnung der Stadt Dinslaken erlaubt ihr den Luxus, „nichts malen zu müssen, was sich gut verkauft. Das ist mein großes Glück“, versichert die gebürtige Dinslakenerin.


Die Malerin und Bildhauerin war eine der ersten Künstlerinnen im Kreativ.Quartier Lohberg. Schon 2008 /2009 nahm sie an einer Arbeitsreihe auf der still gelegten Zeche teil, 2010 am TWINS-Projekt BlauBleuBlue im Rahmen der Kulturhauptstadt-Projekte. Im selben Jahr bezog sie ihr Atelier in der früheren Lohn- und Lichthalle, nach Gabriele Sowa, Ulrike Int-Veen und dem Fotostudio Sonderschicht. „2013 sind wir wegen der statischen Probleme in diesem Gebäude in das ehemalige Gesundheitshaus umgezogen. Ich arbeite sehr gerne im KQL, denn es ist wichtig für die Stadtentwicklung und die kulturelle Entwicklung in Dinslaken.“ Bei ihrer Arbeit im Technischen Rathaus hat Doris Kook viel mit der Umwandlung des Zechengeländes zu tun. „Das trenne ich zu hundert Prozent von meinem Künstlerinnendasein im Kreativ.Quartier, schon wegen des Datenschutzes.“


Im Verein der KQL-Kreativen ist die Künstlerin Vorstand und Kassenwartin


Die Gemeinsamkeit und der künstlerische Austausch mit den anderen Kreativen im KQL gefallen Doris Kook sehr und inspirieren sie. Das fängt bei Kleinigkeiten an: Gerade verwendet die Künstlerin alte Buchteile, die Kollege Thomas Zigahn nicht mehr brauchte. Der wirft als Upcycling-Künstler aus Prinzip nichts weg, sondern verteilt Materialien lieber an die anderen KünstlerInnen. Im 2012 gegründeten Verein der Kreativen im KQL – LINK- wirkt Doris Kook im Vorstand mit. „Ich verwalte neben dem Organisatorischen die Kasse, einer muss das ja machen.“


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